Mittwoch, 15. Juni 2011

Alles wächst und gedeiht

Nicht nur die Bauern freuen sich im Moment, dass der Reis und der Kakao abgeerntet werden kann, wodurch jetzt wieder die große Konsumzeit anbricht, man hört überall, egal ob bei Eric meinem Schneider, bei Abinewty, dem Vater eines Freundes oder im Büro, jetzt bekommen die Leute wieder Geld, jetzt beginnt wieder die gute Geschäftszeit. Auch das Chipsy-Konto, welches ich ja mit Khalphan gestartet habe, hat sich weiterentwickelt. Irgendwann in irgendeinem Gespräch meinte Khalphan zu mir, dass das Geld was er von uns mit einem mal bekommen würde eigentlich gar nicht so viel wäre und er weitersparen wollen würde. Also kam uns die Idee, das das Chipsy-Konto in einen ‚richtigen‘ bank account übergehen könnte. Ich hatte vorher schon mal von Charles erfahren, dass ein bank account gar nicht so teuer in der Haltung ist. Ende letzten Monat war Khalphan dann bei der Bank, nachdem er zuvor schon einen Brief von irgendwelchen Behörden besorgt hatte und hat ein Konto beantragt. Mitte Juli kann er sich jetzt seine neue Bankkarte abholen und dann täglich weitersparen. Er hat das Ziel jeden Tag weiterhin mindestens 2.000TSH zu sparen und diese am Ende jeder Woche auf sein Konto einzuzahlen, sein Ziel ist es einmal eine eigene Millionen zu besitzen, in einem Jahr könnte es so weit sein.

Auch die Playstations von Charles vergrößern sich immer weiter. Er hat jetzt einen neuen, größeren Raum angemietet, zwei neue Playstations bestellt und einen Laptop mit dem er CDs brennen kann und Lieder auf Handys ziehen kann (ein sehr lukratives Geschäft wie er sagt). Außerdem hat er auf seinem Feld jetzt Melonen angepflanzt, die er im September ernten kann. Außerdem ist noch eine M-Pesa Station geplant, M-Pesa ist wie eine Banküberweisung nur übers Handy, wodurch man keinen bank account braucht. Außerdem hatte er noch geplant eine Apotheke zu eröffnen, hat diesen Plan aber umgeschmissen, als ich ihm von Bajaj erzählte. Das sind Fusionen aus Taxi und Motorrad, mit drei Rädern, die es in Dar es Salaam zum Beispiel extrem viel gibt, in Kyela aber gar nicht. Ich erzählte ihm, dass ich in Dar gehört hatte, dass es ein sehr lukratives Geschäft sein soll eine Bajaj zu besitzen und zu vermieten. Als wir dann den Preis von knapp 3 Millionen raus bekommen hatten, stellte Charles fest, dass er das wohl auch dank der Melonen in ein paar Monaten erreichen kann. Er kannte natürlich auch jemanden, der in der Grenzstadt Tunduma Bajaj vermietet, täglich bekommt er dort 25,000TSH (die Fahrer verdienen ungefähr 40.000-60.000TSH von denen sie eben 25.000TSH an miete abzweigen müssen). Mit einer Bajaj würde Charles pro Monat deutlich mehr Umsatz machen als er bei TMF verdient. Wenn Charles dann seine Bajaj (vielleicht auch zwei), seine Playstations inklusive CD-Brennen und Liederüberspiele und vielleicht auch noch das M-Pesa besitzt, dann will er in ein bis zwei Jahren zur Universität und studieren, vielleicht Accounting, vielleicht Microfinance, vielleicht aber auch etwas anderes, der Grund weshalb Charles immer auf der Suche nach neuen Geschäftsideen ist.

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